Es reicht. Der Schandfleck "Nikoläuschen" sucht erneut seinesgleichen.

FWG Andernach fordert die Stadt zum sofortigen Handeln auf.

Andernach. Er ist gefallen. Gemeint ist der letzte Tropfen, der noch nötig war, um das Fass in der „Causa Nikoläuschen“ zum Überlaufen zu bringen. Denn jener Tropfen ist am Wochenende hinzugekommen. Seit dem vergangenen Freitag traut ganz Andernach seinen Augen nicht. Das Gerüst, das die Sanierung des maroden Gebäudes in der Rheinstraße eingeläutet hatte, wurde urplötzlich wieder abgebaut. Nun offenbart sich erneut das ganze Elend in seiner vollendeten Form.

Die Müllberge sind größer geworden und das Bauwerk ist endgültig zu einer Gefahrenstelle verkommen. Als sich die Mitglieder der Freien Wählergruppe am Samstag erneut ein Bild von der Situation machten, fiel auf, dass mittlerweile sogar die Figur des heiligen Nikolaus verschwunden ist. Die FWG bezweifelt, dass sie sich indes beim Restaurateur befindet, sondern wahrscheinlich einem anderen Zweck zugeführt wurde. Fakt ist, dass sich etwas ändern muss. Nicht morgen, nicht übermorgen, sondern jetzt. Seitens der FWG hat man hier klare Vorstellungen wie mit dem Problemkind Nummer 1 der Andernacher Innenstadt zu verfahren ist. Der Müll muss sofort durch die Stadt entsorgt werden, egal wer ihn dort abgelegt hat. Weitere illegale Müllablagerungen sind zur Anzeige zu bringen. Danach muss die Gefahrenstelle abgesichert und mit blickdichten Planen verdeckt werden. Dabei ist sich die FWG durchaus bewusst, dass sich das Objekt in privatem Besitz befindet und die Zuständigkeit eigentlich beim Eigentürmer liegt. Aber vor dem Hintergrund, dass es sich bei der Rheinstraße um das Tor zur Innenstadt handelt, muss die Stadt alle zur Verfügung stehenden rechtlichen und materiellen Mittel ausschöpfen, um hier sofort Abhilfe zu schaffen und diesen Schandfleck zu beseitigen. Aus Sicht der FWG hat man es auf städtischer Seite versäumt, dieses historische Gebäude selbst zu kaufen, als es für eine erschwingliche Summe zu erwerben war. Danach wurden ansässige Unternehmer durch unverhältnismäßige Auflagen des Denkmalschutzes abgeschreckt, ehe sich jüngst ein Investor fand, der offensichtlich keine Taten folgen lässt. Um das Thema muss sich die Stadtspitze nun in erster Priorität kümmern, um das Gebäude endgültig selbst zu erwerben und Herrscher des Verfahrens zu werden. Andernfalls empfiehlt die FWG mit einem Augenzwinkern die Ausgabe von Schutzhelmen und Scheuklappen in der Rheinstraße, damit Passanten der Anblick des Elends erspart wird und sie von herabfallenden Brettern und Mörtelbrocken geschützt werden.
fwg nikoläuschen klein
Kopfschüttelnd begutachten die Mitglieder der FWG das Ausmaß des neuerlichen Elends am „Nikoläuschen“. Getan hat sich nichts, die Müllberge sind größer geworden und das „Nikoläuschen“ ist verschwunden.

Foto: Harald Hoffmann / FWG

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